Stellen Sie sich vor …

… der Kampf gegen das Rauchen, der in den sechziger Jahren einsetzte und im Lauf der siebziger und achtziger Jahre zu einem so starken Rückgang des Bevölkerungsanteils der Raucher führte, wie er später nie wieder erreicht wurde, hätte nicht stattgefunden. Rauchen wäre immer noch in Mode, keine Tabakproduktrichtlinien oder Rauchverbote. Was, meinen Sie, wäre die Folge davon?

Ausgerechnet die Weltgesundheitsorganisation liefert darauf – zwar nur in einem Teilbereich, aber einem der wichtigsten – eine verblüffende Antwort. Genauer gesagt: Die International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO. Geht man nach diesem Material, dann wäre die Entwicklung beim Lungenkrebs nämlich in diesem Szenario wohl nicht viel anders verlaufen, als es tatsächlich, also inklusive all den Tabakbekämpfungsmaßnahmen, geschehen ist.

Aber der Reihe nach. Betrachten wir erst einmal den Bevölkerungsanteil der Raucher und dessen Entwicklung in den letzten, sagen wir, ungefähr vierzig Jahren. Vierzig Jahre, das ist in etwa die Latenzzeit, die man rechnen sollte zwischen dem Beginn des Zigarettenrauchens einer Person und dem Einsetzen der tabakbedingten Erkrankungen, die sie riskiert. Mit anderen Worten, wenn im Jahre 1970 der Bevölkerungsanteil der Raucher höher lag als 1960, wäre zwischen den Jahren 2000 und 2010 ein steigender Anteil an Lungenkrebsfällen zu erwarten. War es umgekehrt, dann müsste er gesunken sein.

Ist das auch wirklich so? Das lässt sich herausfinden. Wie sich der Bevölkerungsanteil der Raucher in Deutschland entwickelt hat, ist beispielsweise gut dokumentiert.

Raucher Deutschland

 

Dasselbe gilt für die Entwicklung in den USA.

Raucher USA

Vergleicht man die enthaltenen Daten des Jahres 1965, so rauchten in Deutschland um die 70 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen (ab 14 Jahren). In den USA waren es knapp über 50 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen (ab 18 Jahren). Völlig identisch ist nicht, was gemessen wurde, aber deutlich erkennbar ist trotzdem, dass weniger amerikanische Männer zu jener Zeit, also vor ca. 50 Jahren, rauchten als deutsche Männer (ca. 20 Prozentpunkte weniger, das ist ein ziemlich großer Unterschied), während bei den Frauen die Amerikanerinnen häufiger als Deutsche rauchten (7 Prozentpunkte mehr).

Dreißig Jahre später, im Jahr 1995, sahen die Zahlen so aus:

  • Deutschland, Männer: ca. 39 Prozent
  • Deutschland, Frauen: ca. 27 Prozent
  • USA, Männer: ca. 33 Prozent
  • USA, Frauen: ca. 27 Prozent

Der Rückgang bei den Männern war in Deutschland zwar stärker ausgefallen als bei den Amerikanern (minus ca. 30 Prozentpunkte vs. minus 17 Prozentpunkte), aber dennoch war in den USA der Anteil der rauchenden Männer, wenn auch nur noch um wenige Prozentpunkte, geringer als in Deutschland. Bei den Frauen in den USA (minus 7 Prozentpunkte) und Deutschland (kein Rückgang) waren die Anteile nun ungefähr identisch.

Wieder zehn Jahre später, womit die erwähnten vierzig Jahre voll wären:

  • Deutschland, Männer: ca. 35 Prozent
  • Deutschland, Frauen: ca. 24 Prozent
  • USA, Männer: ca. 26 Prozent
  • USA, Frauen: ca. 20 Prozent

Erneut in beiden Ländern ein eindeutiger Rückgang, der in den USA aber stärker ausfiel als in Deutschland. Wie kommt es dann aber, dass die Entwicklung bei den Todesfällen durch Lungenkrebserkrankungen ausweislich der Daten des IARC so aussieht?

Männer GER USA

Warum lag die Rate der Lungenkrebs-Todesfälle in den USA eigentlich über vierzig Jahre hinweg höher als in Deutschland, obwohl doch hier der Raucheranteil seit fünfzig Jahren höher und zeitweise sogar sehr viel höher lag als im Heimatland der Tabakkontrolle?

Bei den Damen ist die Differenz sogar noch auffälliger:

Frauen GER USA

Dieser Kurvenverlauf passt noch viel weniger als der bei den Männern zur Entwicklung des Rauchverhaltens. Auf dem dortigen Höhepunkt der Lungenkrebssterblichkeit Mitte der neunziger Jahre starben fünfmal so viele Amerikanerinnen an Lungenkrebs als Deutsche, obwohl der Anteil der Raucherinnen in Deutschland seit den Nachkriegsjahren zwar niedriger lag als in den USA, aber nie so viel niedriger, um diese Differenz erklären zu können.

Anders als in den USA ist der Höhepunkt der Lungenkrebssterblichkeit in Deutschland noch nicht erreicht. Es gibt aber Anzeichen dafür, dass dies in allernächster Zukunft der Fall sein könnte. Bei den jüngeren Altersgruppen (unter 60 Jahren) steigen ausweislich der Todesfallstatistik des Statistischen Bundesamts (zu finden unter www.gbe-bund.de) auch in Deutschland bei Frauen die Werte seit ein paar Jahren nicht mehr weiter an.

Weitere Recherchen in der Datenbank der IARC liefern neue Rätsel. Zwar sind die Rauchgewohnheiten in der Russischen Föderation während der letzten fünf Jahrzehnte längst nicht so gut dokumentiert wie die in den USA und Deutschland, doch dass in Russland die Männer große Tabakfreunde vor dem Herrn waren und sind, ist kein großes Geheimnis. Anders als in westlichen Ländern wurde dort auch kein sinkender Tabakkonsum verzeichnet. Eher im Gegenteil hat der Bevölkerungsanteil der Raucher untypischerweise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zugenommen. (Quelle http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2598552/) Der Anteil der Raucherinnen hat sich von einem niedrigen Niveau aus mehr als verdoppelt – ein Phänomen, das in praktisch allen Ländern messbar ist, in denen der Wohlstand so weit zugenommen hat, dass mehr als die Grundbedürfnisse befriedigt werden können. In der postsowjetischen Zeit und besonders der Ära Putin (Jahr 2000 bis heute), was man auch immer sonst gegen den aktuellen Präsidenten der Russischen Föderation für Einwände hat, ist dies der Fall gewesen.

Die Tabakkontrolle macht aber natürlich längst auch vor Russland nicht mehr Halt, und so wurde auch dort dem Rauchen der Kampf angesagt, einstweilen aber ohne nennenswerten Einfluss auf die Zahl der Raucher: Der WHO-Länderreport von 2009 (http://www.who.int/tobacco/surveillance/gats/en/index.html) verzeichnet einen Anteil von ca. 60 Prozent Rauchern unter den russischen Männern und ca. 22 Prozent bei den russischen Frauen. Bei einem dort ebenfalls ausgewiesenen Anteil von nur knapp über 20 Prozent Niemals-Rauchern unter den Männern, aber fast 70 Prozent unter den Frauen darf außerdem davon ausgegangen werden, dass der hohe Anteil aktiver Raucher unter den Männern sowie der niedrige Anteil der Raucherinnen unter den Frauen über die letzten Jahrzehnte bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion keine allzu hohen Schwankungen aufgewiesen hat.

Nun zur Lungenkrebssterblichkeit in Russland im Vergleich zu den USA und Deutschland:

Männer GER USA RUS

Die Kurven in allen drei Ländern verlaufen im Fall der Männer ähnlich und erreichen ihren Höhepunkt Anfang der neunziger Jahre. Seitdem geht die Lungenkrebssterblichkeit zurück, und zwar nicht nur in den beiden Ländern mit einem Rückgang des Tabakkonsums, sondern auch in Russland, wo der Tabakkonsum in den dreißig Jahren zuvor gar nicht zurückgegangen war, sondern als konstant vorausgesetzt werden kann und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sogar angestiegen ist. Der Rückgang verlief dort sogar besonders steil, wenn auch von einem höheren Niveau aus.

Bei den Damen ist auffällig, dass die Entwicklung in Russland völlig anders war als in den beiden anderen Ländern:

Frauen GER USA RUS

Überraschenderweise ist die Lungenkrebssterblichkeit bei den Frauen in Russland ebenso wie die der Männer nach Beginn der neunziger Jahre gesunken und verharrt seit einigen Jahren auf in etwa gleichbleibenden Werten. Und das, obwohl sich der Anteil der Raucherinnen zwischen 1992 und 2003 verdoppelt hat!

Nach der aktuell gültigen Lehrmeinung folgt die Entwicklung bei den Lungenkrebserkrankungen einer Zu- bzw. Abnahme der Zahl der Raucher mit etwa dreißig Jahren Abstand. Das Ausmaß von Zu- und Abnahme ist dabei abhängig von der Zu- bzw. Abnahme der Prävalenz des Rauchens. Eigentlich müsste also spätestens in den Jahren um 2005 und danach bei den Russinnen eine Zunahme erkennbar sein.

Tobacco Epidemic

Dieses Modell zum Verlauf der „weltweiten Tabakepidemie“, das zum allgemein anerkannten Stand der Wissenschaft zählt, darf angesichts dieser Zahlen als in Frage gestellt gelten. Damit aber wird die überragende Rolle des Rauchens bei der Entstehung von Lungenkrebs – angeblich, je nach Quelle, für ca. 85 bis 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle ursächlich verantwortlich – ebenfalls fraglich.

Angesichts der vorgelegten Zahlen behaupte ich, Rauchen wird bei der Entstehung von Lungenkrebs über- und andere Faktoren werden unterschätzt. Die Suche nach den Faktoren, die bewirken

  • dass in den USA trotz geringerer Raucherzahlen Lungenkrebs häufiger als in Deutschland auftritt
  • dass in Russland von den Männern so viel geraucht wird wie eh und je und dennoch die Erkrankungshäufigkeit sinkt
  • dass Frauen in den USA fast doppelt so häufig wie deutsche an Lungenkrebs erkranken, obwohl der Anteil der Raucherinnen bei ihnen seit ca. zwanzig Jahren gleich hoch oder niedriger liegt und schon in den sechziger Jahren nie mehr als maximal 50 % höher lag
  • und sogar mehr als viermal so häufig wie Russinnen von Lungenkrebs betroffen sind,
  • obwohl sich der Bevölkerungsanteil der Raucherinnen in Russland seit 1992 mindestens verdoppelt hat, während gleichzeitig die Zahl der Lungenkrebserkrankungen sinkt,

wäre, nicht zuletzt für auffallend häufiger von Lungenkrebs betroffene Staaten und Bevölkerungsgruppen, enorm wichtig. Die verbohrte Fixierung auf das Rauchen als Hauptfaktor von Lungenkrebs muss kritisiert werden, weil sie die Erkrankten stigmatisiert, gleichzeitig aber verhindert, dass andere Schlüsselfaktoren ins Visier genommen werden, die die ganze Zeit vernachlässigt worden sind und möglicherweise eine weit größere Rolle spielen als gedacht. Verdächtige gäbe es ja genug, von gesundheitsschädlichen Faktoren der Arbeit in Industriebetrieben bis zum Ausmaß der Luftverschmutzung, von Atomtests bis zu natürlichen Faktoren wie Radon, von Medikamentennebenwirkungen bis zu psychischen Belastungen. Und so weiter.

„Rauchen verursacht Lungenkrebs.“ Eine „Wahrheit“, die sich jeder Wissenschaftler seit Jahrzehnten zu hinterfragen hütet, wenn ihm seine Karriere lieb ist und er die Forschungsförderung seines Instituts nicht gefährden will. Dennoch geben die Daten des IARC diese Schlussfolgerung beim besten Willen nicht her.

Was also ist dran an diesem und anderen Mythen rund um das Thema „Rauchen und Gesundheit“? Kann wirklich nichts Besseres für die Gesunderhaltung möglichst vieler Menschen getan werden, als möglichst viele Raucher vom Rauchen abzubringen? Ich behaupte: Auch das ist ein Mythos. Welche Risiken mit dieser Public-Health-Strategie verbunden sein und welche Nebenwirkungen beobachtet werden können, damit werde ich mich in den nächsten Wochen befassen.

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31 Antworten zu Stellen Sie sich vor …

  1. Bernd Palmer schreibt:

    Nun könnte man ja sagen, dass die Latenzzeit nicht vierzig Jahre dauert, sondern nur zwanzig, oder fünfzig …. Aber wer hat denn diese Latenzzeit überhaupt auf 40 Jahre angesetzt und aufgrund welcher Fakten? Die gezeigten Statistiken lassen nun überhaupt keine Assoziation erkennen.
    Keine Assoziation = keine Kausalität.

  2. Bernd Palmer schreibt:

    Korrektur: „… nicht dreissig Jahre dauert …“

  3. akinmagazin schreibt:

    je nu, signifikanz ist anders – das funtioniert aber auch andersherum nicht. hier wird argumentiert gegen die populäre linie der rauchgegner unter der prämisse, daß lungenkrebs fast ausschließlich im nikotingebrauch zu suchen wäre. allerdings gibt es eine menge andere ursachen. eine signifikanz wäre nur dann verifizierbar oder falsifizierbar, wenn man alle anderen relevanten ursachen (die aber auch nicht alle bekannt sein dürfen) mituntersuchte. solange aber das nicht möglich ist, beweisen solche statistiken weder, daß rauchen wirklich relevant das krebsrisiko erhöht noch das gegenteil.

    • beobrigitte schreibt:

      hier wird argumentiert gegen die populäre linie der rauchgegner unter der prämisse, daß lungenkrebs fast ausschließlich im nikotingebrauch zu suchen wäre.
      Nun, das ist nun nicht der Fall. Wie erklaert man die Existenz der vielen Menschen, die nun bis ihr 67. Lebensalter arbeiten muessen, bevor deren, verdiente, Rente moeglich ist?

  4. R.Oe. schreibt:

    Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang einmal der Frage nachgehen, warum (laut der amerikanischen lung cancer alliance, 2012 und 2013) zwar 20,9% aktuelle Raucher, aber immerhin auch 17,9% an Lungenkrebs erkranken, dazwischen ca. 60% „ehemalige Raucher“ (also alle, die im Leben mehr als ca. 100 Zigaretten geraucht haben).
    http://www.lungcanceralliance.org/assets/docs/media/LCA%20Funding%20Fact%20Sheet%202012.pdf
    http://www.lungcanceralliance.org/assets/docs/Fact%20Sheets/General%20Lung%20Cancer%20Fact%20Sheet.pdf
    Ich weiß nicht, inwieweit dies dem „Raucherstatus“ der erwachsenen Amerikaner entspricht, vermute aber, dass die zahlen sich ungefähr decken. Andererseits sagen die zahlen nichts aus über das Alter, in dem die Erkrankungen auftreten, jedoch wird Lungenkrebs meist als Krankheit älterer Menschen angesehen. Ich wage mal die hypothese, dass Rauchen die Bildung von LK womöglich beschleunigt, diesen aber nicht – und schon gar nicht als alleinige Ursache – verursacht. Die diesbezügliche Forschung ist – wie im OP angemerkt – aber schon lange nicht mehr grundsätzlich ergebnisoffen, d,h., es würde ein Ergebnis abseits der Lehrmeinung nicht akzeptiert, womöglich auch gar nicht in referierten Journals veröffentlicht.

  5. Hans Schmidt schreibt:

    Akinmagazin hat recht. Korrelation ist keine Kausation. Und wenn noch nicht mal mehr die Korrelation stimmt kann man die Story über „90% der Lungenkrebstoten sind/waren Raucher“ nur äusserst kritisch betrachten. Derartige Zahlen kommen von willigen Helfershelfern der WHO. Doe WHO braucht nur zu schnippen und schon liefert jemand statistisch unhaltbaren Unfug.
    Das bekannteste Beispiel sind die „Rauchertoten“. Deren Zahl kann schon mal je nach Lust und Laune um ein paar Millionen schwanken oder mal schnell weltweit um 500 Millionen erhöht werden. Die krasse Lüge von den Toten durch Passivrauch steht in der Präambel des Tabakrahmenabkommens und wurde von den meisten Staaten des Planeten als unumstössliche Wahrheit, als Dogma anerkannt. Echte Wissenschaftler bekommen von so etwas starken Würgreiz.
    Prof. Grieshaber, Sie sind für mich einer der letzten Aufrechten dieses Planeten. Allleine dafür hätten Sie einen Nobelpreis mehr verdient als der Kriegspräsident Obama (Friedensnobelpreis). Bleiben Sie standhaft!

    • beobrigitte schreibt:

      Kann ich nur beipflichten!

      Die Wahrheit ist etwas kostbares in einer Welt in der wir nur belogen werden. Sollte Prof Grieshaber jemals etwas gegen das Rauchen finden, werde ich das mit Sicherheit ernst nehmen. Ich will die Wahrheit. Und ich glaube keiner ANTIRAUCHER finanzieten „Forschung“ – Man hat den „Gegner“ kaltgestellt.

  6. Christoph schreibt:

    Viele sehr interessante Punkte.
    Wie Bernd Palmer bringt auch mich die „Latenzzeit“ zum Stutzen. Nach meiner Überlegung müsste sie vom durchschnittlichen Lebensalter bei Aufnahme des Tabakrauchens bis zum durchschnittlichen Eintritt einer Lungenkrebserkrankung dauern. Sind das die erwähnten 40 Jahre? Gibt es Quellen für die Lehrmeinung, man sollte besser 30 Jahre ansetzen? Entwicklungen nach Zusammenbruch des Sowjetunion liegen jedenfalls noch nicht lange genug zurück, um eine Rolle spielen zu können.

  7. Hans Schmidt schreibt:

    Zum Thema „Latenzzeit“. Hier ist Raum für Spekulation. Habe in mehreren Fachartikeln gelesen, dass Krebs „mit 69 beginnt“. Gemeint ist der Alterkrebs. Die Leute haben früher ihren Krebs nicht erlebt. Der „Alterskrebs“, der möglicherweise genetisch bedingt ist, und sowohl Nichtraucher als auch Raucher betrifft kommt wahrscheinlich in den gefakten Statistiken der WHO gar nicht vor.

  8. beobrigitte schreibt:

    Wie Christoph Und Hans Schmidt habe auch ich Probleme mit dieser „Latenzzeit“. In dieser 20-30-40 Jahre andauernden „Latenzzeit“ begegnet man wievielen krebserregenden Stoffen?

    Es geht ja auch nicht nur um Krebs; inzwischen hat man die Gewohnheit, altersbedingte physische Probleme dem Rauchen in die Schuhe zu schieben: „Smoking associated diseases“.
    Wunderlich ist es, dass diese „smoking associated diseases“ nur in ALLEN ALTEN Menschen zu sehen sind.

  9. Carolus Magnus schreibt:

    Mich interessiert brennend, wie die Lungenkrebsrate von ~1900 bis 1946 (erste Atombombenzündung) aussieht!

    Carolus Magnus

  10. Carolus Magnus schreibt:

    Inzwischen habe ich auf meine Frage die Antwort gefunden:
    Vor Hundert Jahren lag die Krebskrankheit auf dem 8. Rang tödlicher Krankheiten mit 3% aller Todesfälle. Im Jahre 2000, liegt die Krebskrankheit bereits auf Platz 2 bei 22% der Gesamtsterblichkeit.
    Der milliardenteure Hoax der WHO über krebsauslösende Passivtabakrauchpartikel für Nichtraucher ändert an diesen Fakten nichts. Er führt angehende Ärzte bloß zurück in mittelalterliche Esoterik, Politiker an der ignoranten Nase herum – und ist eine Bankrotterklärung der gesamten Krebsforschung.

    Carolus Magnus

    • Klaus Ebner schreibt:

      Stimmt. Vor 100 Jahren gab es ja auch mindestens genauso gute Diagnosemöglichkeiten wie heute. Und die Computertomografie war überhaupt schon viel weiter 😉 Mann, die einfachen Leute sind damals einfach gestorben und keinen Menschen hat es interessiert ob es Lungenkrebs oder TBC oder sonst etwas war.

      • Carolus Magnus schreibt:

        Ja, fast so gut. Betrachten Sie die Überlebensrate bei Lungenkrebs, so werden Sie erkennen, daß Ihnen der Computertomograph herzlich wenig nützt; Lungenkrebs kann auch ohne ihn festgestellt werden, nur etwas weniger früh, was aber kein Heilversprechen ist, sondern nur Werbung für teure Medizinalapparate und zur Akzeptanz steigender Gesundheitskosten. Durch die Tuberkulosekrankheiten nach dem WWI bis in die 1950er waren Ärzte gut darin geschult, Lungenkrebs früh zu diagnostizieren.

        Carolus Magnus

      • Carolus Magnus schreibt:

        Frag irgendeinen Mediziner. 1915 gab es 7% Krebs als Todesursache. Heute sind es über 40% – Natürlich alle am Passivtabakrauch erstickt 😀

    • Carolus Magnus schreibt:

      Nachtrag: Weiter ist bekannt, daß seit 1950 die weltweite Radioaktivität, gemessen in Sievert, um das Dreifache gestiegen ist. Doch Radioaktivität kann man weder sehen, riechen, fühlen, schmecken noch hören und schon gar nicht rauchen. Man atmet es einfach ein ohne es zu merken und die Strahlung dringt durch den Körper ohne die Haut zu verletzen. Aber offenbar ist alles, was nicht als Rauch mißverstanden werden kann, auch nicht kanzerogen.

  11. Achim Blank schreibt:

    Hut ab, Herr Professor Grieshaber, für Ihren unermüdlichen Kampf gegen die Vernebelungstaktiken der Tabakkontrolle. Unbegreiflich für mich bleibt alleine der Umstand, daß diese, offensichtlich problemlos zugänglichen Daten, von einem Nichtraucher analysiert und interpretiert werden müssen, hier greift scheinbar die Denormalisierung in vollem Umfang. Bitte machen Sie weiter so.
    Achim Blank

  12. Jabon schreibt:

    Ok, ich hab mich schon oft gefragt, was es mit der Anti-Rauch-Politik auf sich hat. Was ist es nun? Ist es die Tatsache, dass Rauchen den Testosteronspiegel erhöht, was nicht gewollt ist?

    • John schreibt:

      Da gibt es sicherlich einige Punkte. Am Ende bleibt immer der gleiche Grund: Geld. Wer nun davon profitiert, Milliardenbeträge von der Tabakindustrie zur Forschung zur Verfügung gestellt bekommen, muss jeder selber überlegen. Und auch wer sonst noch davon profitiert: Dass die Tabakindustrie gezwungen wurde, Nikotin in den Zigaretten zu reduzieren, hat jedenfalls genau einer Partei geholfen: Der Tabakindustrie- da rauchen die Raucher nämlich mehr, ein Witz, wenn man bedenkt, dass Nikotin noch das harmloseste in einer Tabakzigarette ist.

      • rizzo schreibt:

        Was ich in puncto Nikotinreduzierung viel interessanter finde, ist die Frage nach dem Verbleib des Nikotins das bei diesem Prozess anfällt. Was machen die Zigarettenhersteller damit? Es als Sondermüll entsorgen? Das kostet viel Geld, man wird versuchen es zu verkaufen. Insektenschutz geht nicht, in diesem Bereich ist es schon seit Jahren verboten. Bleiben als Abnehmer die Pharma die es für ihre Pflaster verwendet oder die Hersteller von Liquiden für die E-Zigarette. Insofern profitiert nicht nur die Zigarettenindustrie von der Nikotinreduktion sondern eben auch die anderen beiden Branchen, die den Abfall der Zigarettenproduktion als Grundlage für ihre Produkte vermutlich günstig einkaufen. Sollten eigentlich alle zufrieden sein.

      • gruene21 schreibt:

        @rizzo
        Du schreibst: “Insektenschutz geht nicht, in diesem Bereich ist es schon seit Jahren verboten.”
        Ich nehme an, du meinst den Einsatz von Nikotin als Insektizid bzw. im Pflanzenschutz…

  13. rizzo schreibt:

    @gruene21

    Selbstverständlich war hier der Pflanzenschutz gemeint. Vielen Dank für Hinweis und Richtigstellung.

  14. Pingback: Die WHO setzt Prioritäten | Grieshabers Wissenschaftsdialog

  15. Fredrik Eich schreibt:

    The question of latency is interesting because in Sweden there was no latency period at all for the rise in lung cancer and the rise in cigarette use in that country, both rose at about the same time?!?.

    http://cf.datawrapper.de/ZxZPn/1/

    I would say that the rise and fall of the global lung cancer epidemic (~1950 – ~1990 ) is more strongly associated with the nuclear fall out period (from atomic weapons testing 1945 – 1885) than the cigarette century (1900 – 2000).

    http://alternativeanalysis.blogspot.co.uk/2014/05/sweden-usa-and-nuclear-fallout.html

    • Carolus Magnus schreibt:

      … der Kampf gegen das Rauchen, der in den sechziger Jahren einsetzte und im Lauf der siebziger und achtziger Jahre zu einem so starken Rückgang des Bevölkerungsanteils der Raucher führte, wie er später nie wieder erreicht wurde, hätte nicht stattgefunden. Rauchen wäre immer noch in Mode, keine Tabakproduktrichtlinien oder Rauchverbote. Was, meinen Sie, wäre die […]

      «Si les Français ont tendance à réduire leur consommation de cigarettes, ils sont cependant de plus en plus nombreux à fumer : après 20 ans de baisse constante, le tabagisme est de nouveau en hausse en 2010. Et malgré les différents dispositifs mis en place afin de lutter contre les méfaits de la cigarette, le marché du tabac ne s’est jamais aussi bien porté. » -Marie-Claire, Par Laetitia Reboulleau

      Vor den zentralistisch auferzwungenen Rauchverbote in Pubs, Bistros und Kneipen (Irland 2004, France 2007, Schweiz 2010) nahm die Raucherquote kontinuierlich ab. Seitdem ist sie wieder im Steigen begriffen. Milliarden an Franken und Euros wurden vom nichtrauchenden Steuerzahler genauso für Prävention und Repression verschwendet, wie von Raucher, und einige wenige Profiteure haben es eingesackt. Die Statistiken hierzu sind eindeutig, besonders bei den jugendlichen Neueinsteiger. Seriöse Studien dazu beweisen es ausnahmslos und allerorten. Man könnte meinen, die Gesundheitsämter wollen, dass Raucher uns erhalten bleiben, vermutlich der raubritterischen Tabaksteuer wegen.

      Carolus Magnus

  16. Klaus Ebner schreibt:

    Oh mein Gott was für eine Junk Science!
    Die Zahlen der WHO beziehen sich auf die Sterblichkeit 5 Jahre nach Erstdiagnose. Dass es hier seit Mitte der 80er Jahre doch einige Fortschritte in der Therapie gab dürfte Ihnen entgangen sein. Dass aus diesem Grund die Sterblichkeitsrate in Russland sinkt (wenn man diesen Zahlen überhaupt trauen kann) dürfte wohl verständlich sein, auch dort hat sich die medizinische Versorgung verbessert. Sie ist aber immer noch wesentlich höher als bei uns. Überlassen Sie also mal die Einschätzung von Risikofaktoren den Medizinern. Die verstehen im Gegensatz von Ihnen etwas davon.

    In jedem Fall überlassen wir die Einschätzung nicht jemandem wie Ihnen. Die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei Lungenkrebs stiegen zwischen 1980 und heute nämlich tatsächlich sehr viel langsamer als bei fast allen anderen Krebsarten: von 10 % auf 15 % (Männer/Deutschland) bzw. 18 % (Frauen/Deutschland). Der Einfluß von geheilten Lungenkrebsfällen auf die Lungenkrebsmortalität ist somit vergleichsweise gering. Dass Sie das zeitgleiche Eintreten eines Rückgangs der Lungenkrebssterblichkeit ab Mitte der neunziger Jahre in Ländern mit sehr unterschiedlicher Entwicklung des Raucheranteils in der Bevölkerung auf diese Weise erklären wollen, zeugt nicht gerade von Kompetenz in der Einschätzung von Risikofaktoren. Grüße, der Red.

  17. Carolus Magnus schreibt:

    «Die wichtigste Ursache für Lungenkrebs ist das Tabakrauchen.»
    Ist diese Aussage unumstößlich erwiesen, oder wieder einmal politisch korrekte Propaganda?

    Liebe Grüße
    Carolus Magnus

  18. Lehrer Lämpel schreibt:

    Dass rauchen nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist, zumindest im Übermaß betrieben, sollte auch jedem Raucher klar sein. Wohingegen ein Rauchverbot nur zu einem „Sterben“ der anderen Art führt:

    https://derfreibrief.wordpress.com/2015/05/01/25/

  19. Waldemar Undig schreibt:

    Und was ist mit den anderen Krankheiten wie Asthma, COPD, Herzinfarkt…, haben die auch alle nichts mit dem Rauchen zu tun? Und wenn sie nichts mit dem Rauchen zu tun haben, warum ist dann die E-Dampfe gedünder als Zigaretten?

    • der Red. schreibt:

      Herr Undig,

      es geht nicht darum, ob bestimmte Krankheiten „nichts mit dem Rauchen zu tun“ haben, sondern darum, dass die angeblich hieb- und stichfest bewiesenen Zusammenhänge zwischen Rauchen und diesen Krankheiten häufig nicht so plausibel sind, wie es immer behauptet wird – was bedeutet, dass vermutlich der Faktor Rauchen überschätzt wird und andere Krankheitsauslöser unterschätzt werden.

      Am Beispiel Lungenkrebs lässt sich das am einfachsten darstellen, weil der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs auch dem Laien spontan einleuchtet, schließlich wird der Tabakrauch inhaliert und gelangt dabei in die Lunge. Trotzdem kann aber irgendetwas an dem momentanen „Stand der Forschung“ nicht stimmen, das ergibt sich aus der im Blogbeitrag dargestellten Entwicklung der Erkrankungshäufigkeit. Bei einer wissenschaftlichen Herangehensweise müssten für den unerwarteten Verlauf der Erkrankungshäufigkeiten eigentlich Erklärungen gesucht werden. Aber das geschieht nicht, weil sich die Wissenschaft lieber so lange auf ihren Lorbeeren ausruhen will, bis es ihr gelungen ist, der ganzen Menschheit das Rauchen abzugewöhnen. Auf diese Weise wird aber die Chance nicht genutzt, die in der Entdeckung und Erforschung einer (weiteren) möglichen Krankheitsursache steckt, nämlich Erkrankungen zu verhindern oder eventuell sogar heilen zu können.

      Entsprechendes gilt natürlich auch für andere sogenannte „tabakassoziierte“ Krankheiten, von denen Sie einige aufgezählt haben. Asthma hat übrigens in den letzten Jahrzehnten parallel zu einem Rückgang der Raucherzahlen zugenommen und kommt in den westdeutschen Bundesländern deutlich häufiger vor als in den ostdeutschen (bei dem Raucheranteil ist es umgekehrt), deshalb ist es nicht besonders logisch, das Rauchen dafür (haupt-)verantwortlich zu machen.

      Dass „die E-Dampfe gesünder als Zigaretten“ sei, ist eine logische Schlussfolgerung, wenn man annimmt, dass das Inhalieren von Tabakrauch – beziehungsweise von Verbrennungsrauch überhaupt – ungesund ist, denn bei der E-Zigarette entsteht kein Verbrennungsrauch, weil ja nichts verbrannt wird. Das ist unabhängig von der Frage, ob die Rolle des Rauchens bei den erwähnten Krankheiten korrekt ist oder überschätzt wird.

      Gruß, der Red.

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